Studienangebot

Überblick über vergangene, wiederkehrende und geplante Veranstaltungen im Rahmen der deutsch-französischen Professur

In den Bereich der Musiktheorie-Professur mit dem Profil "Écriture" fallen viele spannende Themenfelder insbesondere aus der französischen Musik. Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über vergangene, wiederkehrende und geplante Veranstaltungen.

Seminar im Wintersemester 2025/2026
Vokalmusik von Gabriel Fauré

In Deutschland lange Zeit eher gering geschätzt und außerhalb Frankreichs vor allem in England rezipiert, kann Gabriel Fauré (1845 bis 1924) als einer der einflussreichsten französischen Tonschöpfer des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts gelten. Der Komponist und Organist, der im Gegensatz zu den meisten anderen erfolgreichen französischen Musikerinnen und Musikern nicht am Conservatoire de Paris, sondern an der Kirchenmusikschule »Ecole Niedermeyer« ausgebildet wurde, entwickelte einen unverwechselbaren, von großer Eleganz und Klarheit geprägten Stil, der sich vor allem durch eine raffinierte, farbenreiche und doch stark diatonisch-modal gebundene Harmonik auszeichnet. Nicht von ungefähr bezeichnen manche Fauré, der im Alter von 60 Jahren Direktor des Pariser Conservatoire wurde (und das, obwohl er kein Absolvent war!), als den »französischsten« aller Komponistinnen und Komponisten: Sicherlich wäre das, was man heute unter »moderner« französischer Harmonik (Debussy, Ravel, Messiaen et al.) versteht, ohne ihn so nicht entstanden. Anders als andere wichtige Zeitgenossen in Frankreich war Fauré kein Opernkomponist, sondern schrieb vor allem Kammer-, Klavier und Vokalmusik, darunter eine große Vielzahl an Liedern (»Mélodies«) und nicht zuletzt das beliebte Requiem. Indem wir uns mit einer Auswahl dieser Werke beschäftigen, wollen wir versuchen, seine kompositorische Entwicklung nachzuvollziehen und seinen melodisch-harmonischen »Geheimnissen« auf die Spur zu kommen. Je nach Interessenlage der Teilnehmenden kann das klassische Analyseseminar auch durch eigene satztechnische Versuche begleitet werden, denn dieser Stil, der im französischen Ecriture-Studium nach wie vor gelehrt wird, eignet sich hierfür gut.

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Seminar in the summer semester of 2025
Artistic Research and Musical Analysis

This English-language seminar was primarily aimed at the doctoral students of the “GLAREAN College” and the German-Swiss doctoral schools, but it was also open to other students with advanced music theory knowledge and interest. It took place on four dates in Freiburg and at the participating partner institutions.

“Artistic research” is still a fairly new concept within conservatories and universities. However, it can be argued that it has actually been carried out in music for centuries (be it in the investigation of acoustic phenomena, in instrument making, in the development of new compositional techniques or musical forms of expression). The subject of music theory in particular has always been at the interface between art and research. This seminar is intended to link the theoretical discipline of musical analysis back to what is its central precondition: artistic practice. This question is particularly relevant for musicians who are interested or already involved in a personal artistic research project: All of us who are engaged in such projects deal with existing works that we interpret, arrange, recompose or that influence us in a broader sense in our work as composers. The aim of the seminar is to present compositions that are relevant to our artistic work or our research projects. This inevitably leads to a very colourful mixture of styles and epochs. Part of the seminar was to analyse these compositions and consciously ask how analysis can be made useful for our practice or our specific project and, conversely, how our practical experience influences our subjective analytical findings.

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